Weiche Berührungen. Leichte Hilfen.


Jede Hilfe aus dem Sattel oder vom Boden ist eine Frage an das Pferd. Für jegliche Zusammenarbeit ist die Art und Weise, wie die Frage gestellt wird, von entscheidender Bedeutung. Das Thema dieses Beitrags lautet: Weiche Berührungen. Leichte Hilfen – darum sind sie gut und so wichtig!

Natürlich: Ich kann durchaus auf einer Hilfe bzw. deren Umsetzung an mein Pferd bestehen! Aber: Mein Pferd wird meiner Hilfe viel besser, leichter und nachhaltiger Folge leisten, wenn sie bestimmt aber gleichzeitig weich und leicht gegeben wird. Das Ergebnis: Mein Pferd belohnt mich seinerseits mit Weichheit und Leichtigkeit. In unserer Fachsprache wird das auch „Losgelassenheit“ genannt.

Warum ist es nun aber so wichtig, weich und leicht zu berühren und weiche und leichte Hilfen zu geben? Ein laienhafter Exkurs in die aktuelle Wissenschaft verrät uns Folgendes: Wenn ich berühre (also z.B. eine Hilfe während des Reitens gebe), entsteht durch die Berührung eine Art elektrischer Strom in den Nerven. Das Gehirn erhält mit extrem hoher Geschwindigkeit die Information, ob es eine angenehme oder unangenehme Art der Berührung ist. Angenehme Berührungen werden nun zusätzlich in Areale im Gehirn weitergeleitet, die für Wohlbefinden, Zufriedenheit und Glück verantwortlich sind.

Fazit: Gebe ich weiche und leichte Hilfen, steigere ich nicht nur mein eigenes Wohlbefinden, sondern ich fördere – nur durch die Art und Weise, wie ich die Hilfe an mein Pferd formuliere – die Losgelassenheit. Wow. Mit so wenig bin ich bereits so viele Schritte in die richtige Richtung gegangen.

Noch ein weiterer interessanter Fakt: Es gibt Studien über Mensch und Tier, die belegen, dass durch weiche, leichte, angenehme Berührungen ein Bindungshormon ausgeschüttet wird. Dieses ist zuständig für Sozialisation und Bindungen. Nur über weiche und leichte Hilfen und Berührungen trage ich also dazu bei, die Beziehung zu meinem Pferd zu stärken! …
 
Letzteres ist aus meiner Sicht übrigens ein Grund, warum die Masterson Methode so wirkungsvoll ist. In der Methode lautet eines der wichtigsten Grundprinzipien: weiche Hände und weiche Berührungen. Langsames Vorgehen. Wir haben gelernt: Das Pferd empfindet das als angenehm. Dadurch lässt es sich ganz auf den Behandelnden ein. Dem Behandelnden ist es möglich, auch tiefe Verspannungen zu lösen. Die Behandlung ist nachhaltig. Und: Es entwickelt sich eine positive Beziehung zwischen Mensch und Pferd.
 
Also: Seid freundlich, weich und leicht mit euch, euren Pferden und allen, die euch lieb und wichtig sind!