Lernen braucht Zeit.


Teil 1: Lernen braucht Zeit – und noch ein bisschen mehr

Jedes Lernen braucht Zeit. Zeit und Erfahrungen. Mensch und Pferd brauchen Zeit, um zu wachsen und die Dinge der Reihe nach zu verstehen. Nur das in Ruhe Erlernte hat ein sicheres Fundament. Dieses ist der 1. Beitrag einer Serie von 3 Blogbeiträgen. Viel Spaß beim Lesen! 

Lernen – egal in welchem Zusammenhang – braucht immer:

  1. Zeit und Wiederholungen (Teil 1)
  2. Ruhe und eine angenehme Atmosphäre (Teil 2)
  3. Freude und Begeisterung für das, was man tut! (Teil 3)

Was heißt das für die Zusammenarbeit mit den Pferden? Was heißt das für mich als Reiter? Wann kann Lernen gut gelingen? Um diese Fragen soll es in den nachfolgenden Beiträgen gehen. Vorab: auch hier handelt es sich um einen Laien-Beitrag. Ich bin kein Gehirnforscher. Ich versuche zu verstehen – und gebe es euch nach bestem Wissen und Gewissen an euch weiter.

Lernen braucht Zeit
Unser Gehirn beherbergt jede Menge Nervenzellen. Lernen findet statt, wenn diese Nervenzellen sich über Schaltstellen – so genannte Synapsen – verbinden. Faszinierend: je mehr wir unser Gehirn benutzen, also je mehr Synapsen wir verschalten, desto besser funktioniert es und desto leistungsstärker ist es! Unser Gehirn ist also immer genau so gut, wie und wie viel wir es benutzen. Diese Regel gilt ein Leben lang. Unser Gehirn – und damit übrigens auch unser Körper – ist in jedem Alter in der Lage, Neues aufzunehmen und neue Dinge zu lernen. Toll, oder?!

Was heißt das nun für die Arbeit mit meinem Pferd? Üben wir über einen längeren Zeitraum an einer neuen Lektion oder an einem neuen Manöver, so verschalten sich Nervenzellen neu und ebnen den Weg zur Ausführung dieses neuen Elements. Eine entscheidende Bedeutung hat der Faktor Zeit: Nur über beständige Wiederholungen in ruhiger, entspannter Atmosphäre entsteht ein sicheres Fundament. Je positiver eine neue Verschaltung erfolgt, desto besser und natürlich freudiger wird mein Pferd sie abrufen können.

Sind wir dabei, etwas Neues einzuüben, bewegen wir uns zunächst auf einem Trampelpfad. Es ist holperig, man stolpert und ist weit entfernt von Leichtigkeit oder Perfektion. Doch je öfter dieser Trampelpfad beschritten wird, desto besser bildet er sich aus. Nach und nach wird der holprige Pfad zum Weg, dann zur gut befahrbaren Straße und zu guter Letzt kann man leicht und ohne Gegenverkehr über die zweispurige Autobahn rollen. Die neuen Lektionen und Manöver gewinnen an Anmut und Schönheit. Die neuen Bewegungen erlangen Leichtigkeit.