Lernen braucht Ruhe.


Teil 2: Lernen braucht Ruhe

Jedes Lernen braucht Zeit. Lernen braucht auch Ruhe und eine angenehme Atmosphäre! In diesem zweiten Teil meiner Blogserie zum Thema „Lernen“ geht es genau darum: eine gute Atmosphäre.

(Zur Erinnerung)
Lernen – egal in welchem Zusammenhang – braucht immer:

  1. Zeit und Wiederholungen (Teil 1)
  2. Ruhe (Teil 2)
  3. Freude und Begeisterung für das, was man tut (Teil 3)


Auch hier handelt es sich um einen Laien-Beitrag. Ich bin kein Gehirnforscher. Ich versuche zu verstehen – und gebe es euch nach bestem Wissen und Gewissen weiter.

Lernen kann nur in einer ruhigen Atmosphäre nachhaltig sein. Nachdem es im ersten Beitrag um das Thema „Zeit“ im Zusammenhang mit Lernen ging, geht es nun um die Qualität des neuen Weges: Schaffe ich mir eine Straße, die sich eben und in angenehmen Schwüngen durch die Landschaft schlängelt oder ist die Straße mit Schlaglöchern, unsicheren Ausfahrten und scharfen Kurven versehen?

Auf die Arbeit mit Pferden bezogen heißt das: Wie gut eine neue Lektion oder ein neues Manöver wirklich ausgearbeitet ist, zeigt sich auf einem Turnier oder in einer fremden Umgebung. Kann das Öffnen und Schließen des Tores, die Traversale oder der Galoppwechsel auch hier gelassen und geschmeidig abgerufen werden? Dann wurde ein gutes Fundament gelegt!

Um eine sicher und vergnüglich befahrbare Wegstrecke zu schaffen, muss jedes Lernen unter angenehmen Bedingungen (für Mensch und Pferd!) erfolgen. Das heißt, das Pferd und der Menschen müssen in aufmerksamer Ruhe sein, um das Neue optimal aufnehmen und verarbeiten zu können. Fakt ist: Stehen wir unter Stress oder haben Angst, kann das Gehirn neue Informationen nicht oder nur schwer verarbeiten und abspeichern. Es stimmt: Pferde gehorchen auch, wenn ich neue Lektionen und Manöver „durchdrücke“. Aber kann das unser Ziel sein? Gehorsam unter allen Bedingungen? Ich meine nein! Dazu kommt: Neue Information werden unter diesen ungünstigen Bedingungen nicht sicher abrufbar abgespeichert. Angst blockiert die Aufmerksamkeit. Je positiver aufmerksam Mensch und Pferd sind, umso besser wird der dargebotene Reiz erlernt und abgespeichert. Je ruhiger der Kopf und die Gedanken sind, desto besser können sie neue Dinge aufnehmen und verarbeiten.
 
Zusammengefasst: Nur eine mit Bedacht, Ruhe und in angenehmer Atmosphäre erbaute Straße wird angenehm befahrbar – auch bei schwierigen Witterungsbedingungen.